Falls Sie Probleme mit der Darstellung haben sollten, klicken Sie hier.


Juli 2017
www.zeit-zum-aufstehen.de

Zeitansage Januar 2017: Der Mensch - einzigartig. Geschaffen und geliebt durch den einzigartigen Gott!

Liebe Schwestern und Brüder,

die Initiative „Zeit zum Aufstehen“ erinnert in sieben Thesen an die Grundlagen unseres Glaubens. Diesen Monat möchte ich Sie speziell zum neuen Jahr mit dem geschichtsträchtigen Datum 2017 an die dritte These erinnern.

Wir haben in These 3 festgehalten:

3) Jesus Christus vergibt uns unsere Schuld – gerecht vor Gott werden wir allein durch seine Gnade.

Wir stehen ein für das Evangelium von Gottes Liebe und Barmherzigkeit. Jeder Mensch hat ein Recht darauf, diese gute Nachricht zu hören. Wir stehen auf für die Verkündigung des Evangeliums in aller Welt und gegen die Behauptung, Menschen bräuchten keine Erlösung.

Zu allen Thesen der Impulsreihe „Zeit zum Aufstehen“ sind Predigtbeispiele erschienen. Und wir freuen uns sehr, dass in Gemeinden, Werken und Verbänden so nachhaltig gemeinsam darüber nachgedacht wird, was unsere Grundlagen des Glaubens sind.

In einer Beispielpredigt zu These 3 anhand von Psalm 51 fasst Pfarrer Studienleiter Dr. Uwe Rechberger die sich daraus ergebenden Anstöße so zusammen:

Gnade und Barmherzigkeit – Zwei Haltetaue über dem Abgrund

„Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit“ (Psalm 51,3). Da hängt David über dem Abgrund seiner Sünde; zu Tode erschrocken, wie tief sich dieser vor ihm auftut und ihn verschlingen will. Eigentlich kann und will er gar nicht hinein sehen. Seine Sünde droht, ihn in die Tiefe zu ziehen. Und die Erkenntnis seiner Sünde würde ihn zerreißen, wären da nicht zwei Haltetaue über dem Abgrund der Sündenerkenntnis. Zwei Haltetaue lassen David in den Abgrund hinein sehen, seine Schuld erkennen und bekennen, ohne dass es ihn in den Tod hinunter reißt. Davids Haltetaue über dem Abgrund der Sündenerkenntnis tragen die Namen Gnade und Barmherzigkeit.

„Gnade“ und „Güte“ (ḥæsæḏ) meinen Gottes Liebesatmosphäre, seine Treue und seine Bereitschaft zur Vergebung. Gleichwohl steht „Gnade“ auch für die persönlichen Gnadenerweise Gottes in der Geschichte: In der Befreiung Israels aus der ägyptischen Sklaverei, in den Bundesschlüssen, in der Treue Gottes zu seinem Volk, von der gerade David Vieles und Großes berichten kann, hat Gott gezeigt, wie er zu seinen Geschöpfen steht und wie er sie liebt.

„Barmherzigkeit“ ist im Hebräischen dasselbe Wort wie „Gebärmutter“ oder „Mutterschoß“: raḥamîm/ræḥæm. Gottes Barmherzigkeit ist das in seinem tiefsten Inneren, in seinen Eingeweiden brennende Erbarmen für sein Kind.

Gottes Bundesgnade und sein brennendes Erbarmen werden für David zu zwei Haltetauen, die es ihm erst ermöglichen, in den Abgrund seiner Sünde hineinzusehen. Ohne diese Haltetaue würde er von dem ungeheuren Sog der Sünde hinabgerissen.

So ist wahre Sündenerkenntnis nur dem möglich, der von den beiden Haltetauen der Gnade und der Barmherzigkeit Gottes weiß.

(Ganze Predigt lesen...)

 Genau das will „Zeit zum Aufstehen“ weiter sagen:

Gnade, gratis – was für ein Wort!

Gnade. Grundwort. Klasse Wort. Da steckt ein Wort drin, das die Augen leuchten lässt: „gratia“, Gnade, Geschenk drin.

Das Beste, was Gott uns zu geben hat: das Leben aller Leben, das ewige Leben, die ewige Gemeinschaft in Liebe mit ihm, die Rettung ist gratis. Die gibt es nur, nur, nur geschenkt. Feiern wir das!

Was ist das für ein Gott! Sein Motiv, warum Menschen zum Glauben kommen, liegt nicht in den Menschen begründet. Sondern in zwei seiner Gotteseigenschaften: es ist seine reiche Barmherzigkeit und seine große Liebe.

Ein kleiner Junge wurde in der Religionsstunde gebeten, das Wort Gnade an die Tafel zu schreiben. Er schrieb es mit H: „Gnahde“. Die Lehrerin korrigierte den Jungen. Der schaute sie erstaunt an und erwiderte: "Ich dachte, dass 'Gnade' von 'nah' kommt. Gnade sagt doch, dass Jesus ganz nah ist."

Gnadenlos?

Nur, dieses Wort sagen viele, viele Leute gar nicht mehr – es ist vergessen. Es gibt es oft nur noch als Gegenteil im öffentlichen Wortschatz. „Gnadenlos“, das hören wir öfter. Gnadenlos – das sagen die Leute. Gnade, das sagen sie nicht. Ist das nicht bezeichnend?

Gnadenlosigkeit – diese Gegenseite der Gnade erleben wir alle immer wieder. Und die Unfreiheit, die sich daraus ergibt.

Ich denke an die großartige Erzählung, an die Geschichte von einem Fischer in der Karibik, der alte Mann und das Meer. Sie wurde geschrieben von Ernest Hemingway. Im Mittelpunkt dieser Erzählung steht die anfängliche Erfahrung von Frust: nichts gefangen im Meer! 84 Tage lang. Und dann wird das Meer sein Freund! Da gelingt es ihm, einen riesigen Schwertfisch zu fangen: "achtzehn Fuß vom Maul bis zum Schwanz". Er wiegt fünfzehnhundert Pfund, so, wie er ist, vielleicht viel mehr. Alles hat der Fischer in der Hand, und doch noch nichts. Während der Fischer mit größter Anstrengung seinen Fang ans Land zu bringen versucht, wird dieser Stück um Stück von Haien zerfressen. Übrig bleibt ihm am Ende nur das Skelett.

Hemingway schreibt mit dieser Geschichte eine Parabel auf unser Leben. Was immer wir schaffen: am Ende stehen wir mit leeren Händen da. Das Leben ist gnadenlos?

Allein aus Gnade!

Dabei sind wir doch immer auf der Suche nach echter Gnade. Nach Gnade, die nicht vor Recht ergeht, sondern nach Recht, das als Gnade ergeht.

Und wir feiern in diesem Jahr 500 Jahre Reformation. Dazu gehört wesentlich: uns diesem Erleben stellen!

Mich packt immer neu jenes Erlebnis des Martin Luther in seiner Turmstube bei der Vorbereitung seiner Vorlesungen als Theologieprofessor. Er nimmt sich aus dem Römerbrief das erste Kapitel vor. Er forstet vor allem jenen einen Vers durch: Röm 1,17: "Im Evangelium wird Gottes Gerechtigkeit geoffenbart, wie geschrieben steht: der Gerechte wird aus Glauben leben."

Er hält sich besonders immer wieder an dem Wortpaar "Gottes Gerechtigkeit" auf. Was ist Gerechtigkeit? Wir denken dabei an unsere Justiz. Sie hat gerecht zu sein. Sie hat möglichst in allen Dingen recht zu entscheiden. Und damit sind wir doch schon am Knackpunkt. Sie kann's nicht im Leben. Diese juristische Gerechtigkeit wird zu einer erdrückenden Forderung, die kein Mensch in seinem Leben einhalten kann.

Gottes Gerechtigkeit? Soll das etwa die Aufgabe von uns Menschen sein, Gott gnädig zu stimmen? So versteht auch Luther zunächst diese Gerechtigkeit. Sie hat die Aufgabe, jedem zuzuteilen, was er verdient hat. Und Gnade bekäme dann nur der, der sie sich verdient hat.

Und dann stößt Luther auf Röm 3,21: "Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit Gottes geoffenbart worden." Und da erkennt er: das ist ja nicht eine Eigenschaft Gottes, die ich jetzt bitte in Angleichung an Gott auch erreichen soll, sondern das ist ein Geschenk Gottes, das es gratis gibt. Ohne Zutun, einfach so angerechnet. Sola gratia, allein aus Gnaden!

Durch seine Gnade lässt Gott Recht ergehen. Also nicht Gnade vor Recht, sondern Recht durch Gnade. Allein aus Gnade. Alles Gnade. Nur die Gnade. Gnade pur.

Luther dazu: "Die Schwere der Sünde soll niemand zur Verzweiflung treiben, sondern man soll sich vielmehr der Gnade anvertrauen und deren Größe hoch rühmen; denn sie verschlingt die Sünden, wie groß sie auch immer seien."

Luther wendet sich damit gegen zwei Missverständnisse, die bis heute nichts an Aktualität eingebüßt haben:

Die scholastische Theologie seiner Zeit verstand die Gnade als - im Bild gesprochen - geistliche Flüssigkeit, die dem Menschen eingegossen wird und ihn befähigt, jetzt seiner Natur nach auch gerecht zu leben. Die Gnade wird so zum Katalysator für die jetzt guten Werke des Menschen. Also ob es irgendeinen Zeitpunkt gäbe, wo man sich nun langsam verabschieden könnte vom Verlassen auf die Gnade, weil man persönlich jetzt so durchgeheiligt ist.

Andere aber haben die Gnade aufgefasst als etwas, was ihnen angerechnet wird, sie aber in keinster Weise mehr in die Pflicht nimmt. Gnade als Freibrief zum Sündigen. Frei nach jenem Motto der Paulusgegner: "Lasst uns sündigen, damit die Gnade umso mächtiger werde."

Diese beiden Gruppen haben sich auch im Widerstreit die Köpfe eingeschlagen. Wenn die Gnade so im Supermarkt des theologischen Angebots verramscht wird, dann ist die Versuchung groß, menschlich gesprochen den Hammer aus der Tasche zu holen und die Gnade zu sanktionieren.

Auf beiden Seiten ist Luther nicht vom Pferd gefallen. Er hat die Gnade an keine Voraussetzungen geknüpft, nie und nimmer, aber er hat ihr auch die Kraft zugetraut, Menschen von sich zu verändern. Nicht so, dass sie von sich aus dazu fähig wären. Sondern so, dass sie immer und überall die Gnade Gottes dafür verantwortlich machen.

Die Gnade Gottes tut die guten Werke in uns. Aber die guten Werke tragen nie und nimmer die Gnade. Oder um es biblisch zu sagen: „Schaffet, dass Ihr selig werdet mit Furcht und Zittern – denn Gott ist es, der beides in Euch wirkt: Wollen und Vollbringen.“

Die pure Gnade ist und bleibt alles. Gnade muss es sein, Gnade ganz allein.

Jesus allein. Gnade pur. Nur der Glaube. Die ganze Schrift. Darauf gehen wir jetzt zu mit einem ChristusTag auf dem Kirchentag 2017 in Berlin. An Himmelfahrt, am Donnerstag, 25. Mai 2017 von 09.30 – 14.00 Uhr in der Messehalle 20 auf dem Messegelände in Berlin wird es wieder darum gehen: ChristusTag! Christus in der Mitte, und in IHM eins. Und so aufstehen für seine Einzigartigkeit, für sein Lob, für seine Nachfolge.

Das packende Thema des ChristusTags wird, angelehnt an die Kirchentagslosung „Du siehst mich!“, sein: „Ich sehe was, was Du nicht siehst …“.

Zu diesem ChristusTag 2017 wird gehören ein Mitmach-Bibelarbeitsgottesdienst, der uns zeigen wird, wer uns als Gemeinschaft zusammenführt und zusammenhält. Dieter Braun vom Evang. Jugendwerk Württemberg wird in einer Zeit „Bibel live“ in den Abschnitt Johannes 1,35ff einführen – „Komm und sieh“ – „Ich habe Doch gesehen“. In Gruppen werden wir austauschen, wie uns Jesus dadurch angesprochen hat, und zwei Experten werden zum Abschluss Fragen aus dem Abschnitt für uns bewegend und berührend beantworten und Anstöße geben.

Dazu gehört hervorragende Musik aus ganz verschiedenen Zeiten zum Lob Gottes, mit Band und Solisten – ein bewegendes miteinander-Beten, Loben, Singen.

Dazu gehören Erfahrungsberichte aus verschiedensten Ecken dieser Welt, wie wir Glaube heute und hier gemeinsam lebendig erfahren können. Und diesen Glauben weitergeben in Wort und Tat.

Und dazu gehört, dass wir eingeladen sind, gemeinsam öffentlich zu sagen, was nach unserer festen Überzeugung vor Gott gilt. Viele teilten unseren Eindruck und haben sich mit auf den Weg gemacht: es ist „Zeit zum Aufstehen“. Wir stehen vor Gott zusammen und wir stehen zusammen aufrecht für Gottes Liebe zu allen Menschen ein, für seine Gnade und den Glauben an IHN. Erkennbar, einladend, verbindend und verbindlich, für das Evangelium. Nicht als Anti-Bewegung, sondern als Pro-Christus-Bewegung.

Kommen Sie auf den Christustag 2017 und erleben Sie den finalen Doppelpunkt dieser Initiative mit.

Und solche Impulse kann man auf schon jetzt alltäglich auf ganz unterschiedliche Art und Weise setzen – z.B. mache ich Sie an dieser Stelle noch einmal darauf aufmerksam, was ganz kreativ mit dem „WeckerChecker“: WECKERCHECKER – ein vielfältiges und kreatives Arbeitsmaterial für die Arbeit mit Kindern in Gemeinde und Familie geschieht. Grundlage des Materials sind die sieben Thesen der Initiative „Zeit zum Aufstehen“. WECKERCHECKER greift die sieben Thesen von „Zeit zum Aufstehen“ auf und fasst sie in einer kindgemäßen, kurzen Formulierung (Check) zusammen. Das Heft enthält zu jedem Check einen komplett ausgearbeiteten Stundenentwurf, der in Kindergottesdiensten und Gruppenstunden eingesetzt werden kann.

WECKERCHECKER ist ein Material, das praktische Methoden für die Arbeit mit Kindern bietet und gleichzeitig viele Menschen, auch über die Arbeit mit Kindern hinaus, herausfordert. Bestelladresse: 

BORN-Verlag
Leuschnerstraße 74, 34134 Kassel
Telefon: 0651 4095-107
E-Mail: kontakt(at)bornverlag.de

Wir freuen uns auf alles weitere positive Miteinander und all Ihre innere und äußere Unterstützung bei „Zeit zum Aufstehen“

Ihr Sprecher von „Zeit zum Aufstehen“ 2017/01-06

Ralf Albrecht, Dekan, Evang. Landeskirche in Württemberg, Nagold/Schwarzwald 

 

 

Auf der Website
unterzeichnen
Mit Facebook
unterzeichnen
PresseSpendenDatenschutzImpressum

Sie erhalten diesen Newsletter an die Adresse ###USER_email###, weil Sie sich für den Bezug auf unserer Homepage angemeldet haben. Um diese Adresse vom Bezug dieses Newsletters abzumelden, klicken Sie bitte hier.